Herzlich willkommen zu unserem ausführlichen Katalog zu KIB3

Catharina Behrend
Es entsteht Etwas
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Ich bin als Gast in diese vier Wände nach Glaucha geladen und will kurz mitgehen und erfühlen, was mit mir passiert, wenn mir ein Ort gegeben wird, der mir vorerst nichts anderes als fremd sein kann. Ich versuche mich mit meinem Stift einzuleben. Ein Raum, eine weiße Wand, ein Strich, viele Striche, Formationen auf einer Fläche, eine die sich ihren Weg bahnt, sich ausspannt, eine die wächst. Ich dehne meine Striche aus. Ich ziehe und streiche, ich punkte und klopfe, strichle, »grase« an einer Wand entlang, die dabei die Möglichkeit birgt, sich im Zeitraum des Geschehens immer wieder zu verändern und sich wohl möglich selbst zu korrigieren. Strich für Strich eröffne ich neue Gebiete. Ich begrenze oder kreise ein, Ziehe meinen Stift an einer Fläche entlang, die im Voraus noch nicht weiß, was sie werden will. Ich plane nicht-Ich reagiere!-bewusst und unbewusst. Es ist selbstverständlich, dass mein Auge mit mir »geht« und bereits Entstandenes wahrgenommen hat, und das diese Tatsache meine Handlungen beeinflusst. Meine Arbeit ist vergleichbar mit einem Spiel*-ein Zusammenspiel meiner Augen, meiner Hand und den, durch sie geleiteten Stift. Ein Prozess. Ich erprobe mich im Raum. Meine Reaktionen in der Arbeitsweise sind an die Gegebenheiten vor Ort gebunden. Dabei spielen gewisse Faktoren eine wichtige Rolle, zum Beispiel das Licht, was sich durch das Fenster auf die Wände wirft, die Struktur, der noch vorhandenen Tapete (...). Ich will diesen Raum mit keinem konzipierten Sinn füllen, sondern Vorhandenes nutzen und meinen Stift zeichnen lassen. Meine künstlerische Arbeit ist beendet, wenn ich meine, die Waage gefunden zu haben, zwischen den Leerstellen und den bezeichneten Flächen, zwischen dem, was da war und dem, was es zu werden vermag. *Ein »Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.«(Johan Huizinga)
Anne Brannys
Jedem seine Mimose
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Jeder Mensch ist empfindlich. Die Sensibilität unserer Sinne ist wichtig und notwendig, sie ermöglicht uns, zu kommunizieren, zu erleben und uns zu schützen. Ich möchte eine Arbeit realisieren, die das Verlangen zum Zarten und das Bedürfnis zur Empfindsamkeit widerspiegelt. Hierzu möchte in der Albert- Schmidt-Straße im Glaucha-Viertel in Halle(Saale) an jeder verfügbaren Stelle Mimosen pflanzen. Die Mimose hat die allgemein bekannte Eigenschaft, bei kleinster Veränderung der Umwelt die Blätter und Stiele einzuklappen. Aufgrund dieses Charakteristikums gilt die Mimose schon umgangssprachlich als Symbol für Empfindlichkeit. Dabei ist mir wichtig, dass für jeden Bewohner der Straße als Zeichen der wichtigen Sensibilität eines jeden und dem natürlichen Bedürfnis nach ihr eine Mimose gepflanzt wird.
Isabelle Eisfeld und Konstanze Schütze
Zuspiel
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Performance und Intervention mit Bewohnern im Stadtraum; Tischtennisplatte An unterschiedlichen Orten des Glaucha-Viertels widmen sich Isabel Eisfeld und Konstanze Schütze für die Dauer der Ausstellung ganztägig einem Tischtennisspiel. Dabei geht es nicht um ein match, sondern um ein Zuspiel. Ziel ist es dabei, den Ball so wenig wie möglich zu verlieren. Ein klassischer Arbeitstag (8 h) wird so in den Außenraum verlagert. Jeder Tag ist ein Arbeitstag. Nachtschichten und Bereitschaftsdienst sind möglich. Pausen sind vereinbarte Ruhezeiten, in denen auch Nahrung aufgenommen werden kann. Sport • Arbeit • Zeit • Monotonie • Stillstand • Kontrolle • Aufmerksamkeit • Bewegliches • Monument • Zwang • Zusammenspiel • Leerstelle • Unort • Abwesenheit • Anwesenheit • Potenzial
Andrea Flemming
Albert-Schmidt-Straße5
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Ich arbeite mit Grenzen – gedachten oder visuell erlebten, erfahrenen oder verdrängten. Ein Wohnzimmer in der Albert- Schmidt-Straße 5 ist zum Ort des Hinterfragens von Grenzen geworden – ein Ort mit Grenzen. Dieses Wohnhaus verstehe ich als Ort des Handelns – meine künstlerische Arbeit als Ort der Handlung. In dem dritten Obergeschoss links soll eine zweite Ebene im Raum entstehen, die Fragen nach Identität, Alltag, Belebung oder Stillstand stellt. Die Ebene kommuniziert als durchscheinende Grenze nicht nur mit dem Innenraum, sondern auch mit dem Außenraum durch Reflexion. Somit entsteht ein »Im-und-um-im-Raum«, sprich Innen und Außen, abwechselnd und gegenseitig.
Imke Freiberg
Serviervorschlag
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Die Arbeit ist etwas zwischen einer Spur und einem Hirngespinst – eine sich unaufdringlich einfügende Zutat zu dem vorgefundenen Ort mit fleischfarbenen Fliesen und Fettflecken. Es entstehen vielerlei Spekulationen über das Vergangene und das Eigenleben des Verlassenen.
Hr.Fleischer
Wenn der Kiosk in Glaucha wäre .../Sie befinden sich hier
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Eine Durchreiche im Wohnhaus der Albert-Schmidt-Straße 5 und das Versorgungsfenster des Kiosks am Reileck sind Projektionsflächen für eine Live-Schaltung. Der Blick aus dem Kiosk ist auf einem Bildschirm im kunstinbetrieb-Gebäude zu verfolgen und umgekehrt. Durch diese Konferenz wird eine Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen hergestellt. Das eine Auge soll sehen, was das andere sieht - was sich im Viertel jenseits der gewohnten Pfade bewegt. Dabei vermischen sich Drinnen & Draußen, verändern sich Ansichten & Blickwinkel. Dem Kiosk als auch dem Wohnhaus in der Albert-Schmidt-Straße 5 ist eines gemein: In beiden Fällen handelt es sich um die Umnutzung ungeliebter Gebäude, um Projekte, die es wert sind, auch im (jeweils) anderen Stadtteil vorgestellt zu werden. »Wenn der Kiosk in Glaucha wäre...«, mit diesem Satz wurde »hr. fleischers« Antrag auf Unterstützung durch das Stadtmarketing abgelehnt. Nun hält er zumindest virtuell Einzug ins Viertel und bezieht so seine Position zu Fragen einer einseitig fokussierenden Stadtpolitik, die Glaucha im Rahmen der IBA 2010 kurzfristig nicht vernachlässigt. Wir schalten uns ein.
Sandra Frübing
Schmückende Spuren. 'Wenn du denkst du bist verloren, richte dich nach des Mooses Sporen
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Es existieren eine Unmenge natürlicher Indikatoren, die wir als moderne Menschen im Lebensraum Großstadt vielleicht vermissen oder nicht mehr kennen lernen, weil kaum noch Platz für Naturerscheinungen gegeben ist. Das menschliche Verhalten hat sich verändert. Wir orientieren uns nicht mehr an mit Moos bewachsenen Bäumen. Ein Stück Wissen und Identität geht mit dem Nicht-mehr-vorhanden-Sein dieser natürlichen Elemente verloren. In Mitteleuropa ist die Hauptwetterrichtung Nord/Nordwest. An relativ einzeln stehenden Bäumen wächst auf dieser Seite mit der Zeit Moos und zeigt uns nicht nur die Himmelsrichtung, sondern gleichzeitig die vorherrschende Wetterrichtung an.
Tobias Gellscheid
Spielplatz
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Die Arbeit Spielplatz befasst sich auf unkonventionelle Weise mit dem Thema Verfall und Morbidität urbaner Räume. Der Stadtteil Glaucha steht in besonderer Weise für diesen Zustand, der in der allgemeinen Wahrnehmung oft als schändlich verstanden wird und dem Repräsentationsbedürfnis der Stadt Halle widerspricht. Entgegen der populären Sichtweise von einem Denken in dem Vergangenes oder Ruinöses eine negative Wertung erfährt, offeriert Glaucha Möglichkeiten, wie sie Spielplätze in der Kindheit boten. In der Grafik wurde versucht, den gewohnt melancholischen Blick auf allzu Marodes durch die Anwendung buntester Farben auf eben diesen Spielplatz zu verfremden. Zusätzlich wurde im Hinterhofgarten der Albert-Schmidt-Straße 5 eine rote Plastikrutsche entdeckt, die Spielplatz installativ erweitert.
Lea Grosz
Ohne Titel
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Stadtraumansichten aus Glaucha fließen in eine Badewanne. Dachstühle, Bäume und Himmel laufen in den Ausfluss ab und verschwinden in den Leitungen des Gebäudes. Das Ablaufen vom Wohnort zum Ausstellungsgebäude belichtet durch Hin- und Rückweg beide Straßenseiten und begleitet diese in die Dämmerung.
Holger Hochgeschwender
Glaucha - eine insel an der Saale
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Derzeit leidet Glauchas Image unter den Vorurteilen der Einfachheit und Rückwärtsgewandtheit seiner Bewohner, unter dem Phänomen des Schrumpfens und dem Verfall an Bausubstanz. Doch beheimatete gerade dieses Viertel bedeutende Charaktere der Geschichte und barg den Ursprung großer Ideen. Glaucha als Wirkungsstätte wichtiger Persönlichkeiten offeriert eine Vielzahl von Beispielen möglicher zukunftsträchtiger Veränderungen. Jenen möchte Holger Hochgeschwender in seiner historischen Recherche nachspüren und in seinen Arbeiten die positive Wahrnehmung für den Stadtteil sensibilisieren. Die modellhafte Nachbildung der Kirche St. Georgen in Halle/ Glaucha verweist auf ihre Position als Wegbereiter revolutionärer Ereignisse. Mehrfach zerstört und stets neu aufgebaut war sie unter anderem 10 Jahre Wirkungsstätte Thomas Münzers als Kaplan, bot den ersten evangelischen Gottesdienst 1547 durch D. Justus Jonas an, diente 1813 als Lazarett während der Völkerschlacht zu Leipzig und war 1989 Treffpunkt der kirchlichen Opposition in Halle. Zusätzlich begleiten verschiedene Abbildung von Personen jene Stationen, und Teelichter verweisen andachtsvoll an Mahnwachen und Altarszenarien.
Hjördis Hoffmann
LeerRaumVision
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Die Installation LeerRaumVision macht die Wünsche und Vorstellungen von Einwohnern aus Halle hörbar. Dabei geht das Projekt auf den durch Robert Musil beschriebenen Möglichkeitssinn zurück. Dieser stellt die Fähigkeit dar, »das, was (noch) nicht ist als ebenso wichtig zu nehmen, wie jenes was ist«. Aus jenem Möglichkeitssinn kann so ein erdachter Möglichkeitsraum entstehen. Der oftmals negativ wahrgenommenen Realität des Leerstands wird dieser Möglichkeitsraum als Vision gegenübergestellt- in ihm soll fern ökonomischer Zwecke und demographischer Entwicklungen über Möglichkeiten der Nutzbarkeit von Räumen nachgedacht werden.
Line Jastram
Baum-Ecke-Pilze
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Der Gedanke, der zu der Form der Baumpilze führte, war, dass aus dem Material Stein, im speziellen einer Wand, auch eine Wucherung erwächst wie aus einem Baum, aus Holz. Der architektonische Raum kann wieder als Naturraum, als Lebensraum wahrgenommen werden. Die Natur setzt sich durch. Sie quillt aus der Wand als würden Kräfte wirken. Der Pilz bildet sich selbst einen Lebensraum, als Beweis, dass die Lebendigkeit allgegenwärtig ist. Das Hallenser Stadtgebiet Glaucha und speziell das Haus in dem die Ausstellung stattfindet ist vergleichbar mit einem Stuckmarmorpilz, auf den ersten Blick ist es eine unnütze Wucherung, aber in Wahrheit ist es aus edlem, ehrwürdigem und solidem Material.
Nadja Kurz
Amorphe Strukturen
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Amorphe Strukturen entwachsen aus der gemauerten Wand des leerstehenden Wohnhauses. Das ehemalige Badezimmer wird von einem sich scheinbar immer weiter ausdehnenden Organismus durchwuchert. In dem vom Menschen künstlich geschaffenen Raum gedeiht der unerwartete Gast ebenso wie einst der Mieter und schafft der anspruchsarmen Natur ihren Platz. Durch verschiedene Formen verlebendigt Nadja Kurz ihre Objekte und ermöglicht ihnen damit ihr freies Gedeihen.
Seungyoun Lee
A corner of the World
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Ein kleines Mädchen, das wie ein Geist erscheint, spielt in einer Ecke. Es läuft hin und her. Mitunter verschwindet es für einen Moment. Der Betrachter erlebt eine märchenhafte Situation im Alltäglichen. Ein normaler Ort wird so sehr verfremdet, dass er ungewöhnlich und anders erscheint. Die Besucher erleben mit der Installation eine irreale Situation, einen ungewöhnlich wiedergegebenen Raum.
mi-kdo
-inbetrieb-
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Mi-kado ließen sich auf das Gebäude in der Albert-Schmidt- Straße 5 ein und verbrachten eine Nacht in ihrem Ausstellungsraum - einem ehemaligen Badezimmer. In dieser Zeit entstanden die Arbeiten, die nun in unkonventioneller Hängung präsentiert werden. Der Raum wurde bewusst in seinem Ateliercharakter belassen und im Nachhinein, in Anlehnung an die nächtliche Arbeitssituation abgedunkelt.
Evgenia Mora
Gaucha intim
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auf Fliesen und Papptellern Durch Beobachtungen der Bewohner des Viertels entstehen ganz eigene Glaucha-Motive mit denen eine verlassene Küche verziert wird. Äußeres wird Dekor für das Innere. Das klassische Fliesenmuster wird aufgebrochen und mit Motiven Glauchas vermischt. Bemalte Pappteller sollen den Küchencharakter noch unterstreichen. Der Hauptteil besteht aus Bleistiftzeichnungen auf denen die Künstlerin die für sie typischsten Glaucha-Charaktere festhält. So entsteht ihr ganz privates Glaucha-Viertel.
Clara Medek
Bestandsaufnahme 28.05.2010
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In Stadtveduten liefert Clara Medek einen Blick über Halle, mit seinen urbanen Strukturen und Verkehrsströmen. An einem regnerischen Nachmittag in der Arbeitswoche entstanden die Tuschezeichnungen innerhalb von wenigen Stunden in einer der Dachgeschosswohnungen des letzten Steghochhaus. Das als Schandfleck geltende Gebäude bietet von seiner Dachterrasse einen faszinierenden Rundblick. Verzückt und überwältigt lässt der Ausblick den Besucher dessen verschrieene äußere Gestalt gänzlich vergessen und sich ganz in den Blick versenken. Mit ihrem spontanen grafisch-freien Duktus will Clara Medek, wie in einer Niederschrift, den aktuellen Bestand der umliegenden Stadtbebauung festhalten. Dabei lässt der plötzliche Stimmungswechsel, durch das Aufklären des Himmels bis zu gleißendem Sonnenschein, abwechslungsreiche Szenarien entstehen.
Matthias Ritzmann
Dokumentation auf Gehen.Bleiben
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Glaucha – Problemviertel. Sozialer Brennpunkt. Sanierung. Leerstand. Rückbau. All dies sind Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Viertel genannt werden. Hier begegnet man den unterschiedlichsten Menschen, die Matthias Ritzmann mit der Kamera porträtiert hat. Die Fotografien rücken die Menschen in ihrem Lebensalltag in den Fokus der Aufmerksamkeit und lösen unmittelbare Begegnungen aus. Sie erzählen von den Leuten des Viertels - nicht von Leerstand und Trostlosigkeit, wie es den gängigen Vorurteilen über Glaucha entspräche. Zielsetzung der Arbeit ist es, dazu beizutragen, dass die Erfahrung des Zusammengehörens der dort lebenden Bewohner gefördert wird, ein lebhafter Gedankenaustausch stattfindet und damit gemeinsames Handeln erzeugt wird. Die Ausstellung der überlebensgroß geprinteten Planen als Aufsteller war bereits im Juni 2009 als Abschlussarbeit Ritzmanns unter dem Titel gehen.bleiben an einer Kreuzung im Viertel das erste mal unter freiem Himmel zu sehen.
Phillip Rödel
Umstände
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Fassadengestaltung für Albert-Schmidt-Straße 5 in Halle(Saale) Die Arbeit Umstände von Philipp Rödel konnte nicht ausgeführt werden, da die HWG, welche Eigentümer des Gebäudes ist, aus Gründen des Werterhaltes Einwände gegen das Anbringen von Farbe auf der Fassade hat.. Aus der Nutzung der grundlegenden Gegebenheiten der Fassade erschafft die Arbeit Umstände eine vielseitig rezipierbare Sprachkonstellation. Einzelnen Sprachgruppen sind jeweils um eine senkrechte Fensterlaibung fassadenseitig und fensterseitig gruppiert, wodurch sich aus verschiedenen Betrachterstandpunkten verschiedene Konstellationen ergeben. Der Vorgang der Rezeption der Arbeit wird in dieser wiederum sprachlich aufgegriffen. Eine weitere werkkonstituierende Bedeutung wird dem Betrachter durch die unhierarchische Anordnung der Sprachkonstellation eingeräumt. Grundlegend nutzt die Arbeit die konnotative Varianz der Sprache.
Marten Schech
Gefalteter Raum
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Der Stadtteil Glaucha, in seinem heutigen Erscheinungsbild ist geprägt durch Mietshäuser des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die ärmere, oft kinderreiche Hallenser Arbeiterschicht stellte seit jeher den größten Teil der hier ansässigen Bevölkerung dar. Ihre Wohnsituation in den »einfachen Mietskasernen« war von Anfang an durch Platzmangel bestimmt. Als sozialistisches Vorzeigeprojekt wurden sie, entgegen dem sonstigen Umgang mit Altbaubestand in Halle, saniert- Sanitäranlagen wurden in die Wohnungen verlegt, Türen durch niedrigere ersetzt, Fußböden aufgedoppelt. An dieser Tendenz zu räumlicher Einengung und an der Frage - wie sich Menschen mit ihr arrangieren - setzt die Arbeit an. Die Faltung wird symbolisch im Bereich des Fußbodens begonnen und dehnt sich aus. Das Inventar der karg eingerichteten Wohnung folgt der imaginären Intervention, so hängt ein Tisch zwischen den neuen Wänden und berührt den Boden nicht mehr.
Magnus Sönning
Durchfluss
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Innen- und Außenraum, deren Verbindungen und Übergänge, bilden die Grundlage von Magnus Sönnings Installationen. In der Werkreihe der Durchzüge visualisiert er das natürliche Phänomen des Durchzuges indem er gegenüberliegende Fenster in Innenräumen mit einer Kanalkonstruktion aus Holzlatten und Folie verbindet. Die Betrachtung dieser Installationen ist gleichzeitig auch eine Naturbeobachtung. Verschiedene Wettereinflüsse spiegeln sich in ihrem Erscheinungsbild wieder. Die aktuelle Installation Durchfluss bildet den Auftakt zu einer neuen Werkreihe. Anstatt Luft wird nun Wasser durch das Gebäude geleitet. Ein Trichtersystem sammelt Regenwasser - auf einer von Stelzen getragenen, sich absenkenden Rinne wird dieses durch den Innenraum der Wohnung geleitet, führt durch Flur und zwei Räume, um es auf der anderen Hausseite wieder ablaufen zu lassen. Imaginativ funktioniert die Konstruktion ebenso, wie in dem besonderen Moment eines Regenschauers.
Gabriela Solis
Wir erneuern Glaucha
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Ich lernte Fatou kennen, als sie mich bat, ein Foto von ihr zu machen. Ich war unterwegs durch Glaucha um die Architektur zu fotografieren: Die verlassenen Gebäude, jene die vor kurzem saniert wurden, andere die durch Netze bewahrt werden mitten im Erneuerungsprozess … Eine Anzeige zog meine Aufmerksamkeit auf sich: »Wir erneuern Glaucha«. Da nahm ich mir vor, Menschen wie Fatou zu finden, die in Wirklichkeit Glaucha erneuern.
SSMIDD
rrrgggbbb-connection 2010
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innen/außen • analog/digital • rot/gruen/blau • kind/erinnerung • halten/anspannen • licht/strahlen/raum • winkel/ecken/kanten • deutsch/international • reißfest/schneiden/halt • gleichnis/ freiheit/fantasie • fenster/linse/bild/skulptur • kommunikation/ verbindung • bau/kunst/uebergang/hilfreich • dachboden/grillparty/ waschfest • belanglos/provisorisch/ausgereift • ssmidd/gedankenschmied/projekt
Kiril Starikov
Der Ursprung
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Kirill Starikov zeigt dem Betrachter in seiner Grafik Der Ursprung ein Zimmer in einem maroden Haus. Drei Betten stehen im Halbkreis um einen Durchbruch im Fußboden, durch den zusätzlich Einblick in den darunter gelegenen Raum gewährt wird. Obwohl das Interieur mit gewöhnlichen Gegenständen eingerichtet ist, scheinen die gezeigten Objekte in ungewöhnlicher Beziehung zu einander zu stehen. Stränge langen, glatten Kopfhaares verbinden die mit weißem Stoff bedeckten Betten. Weit ragen die Tücher hinunter in den dunklen Raum. Unter den Betten fließt etwas Weißes hinab bis zum Boden des unteren Raumes, um sich dort in den Bruchstücken der eingestürzten Zimmerdecke zu verteilen. Wie die schwarze Nacht im Hintergrund hinter dem großen Fenster lauert, so ergreift eine irrationale Kraft Besitz von der Szenerie.
Ufo Universität [Steffen Händel und Sebastian Löwe
Die IBA-Schlagwort-Mitschrei-Predigt
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Zur Eröffnung von kunstinbetrieb3 landet die ufo-Universität nach einer Tour-de-Force durch die IBA-Locations im Krisengebiet Albert-Schmidt-Straße und wird ihre unglaublich schonungslose CORAX-Live-Sendung mit einer Predigt der Superlative krönen. Von der imaginären Kanzel der Besserwisser herunter wird die ufo-Universität die IBA-Schlagworte anschaulich totpredigen. Alle BesucherInnen der Ausstellungseröffnung sind verpflichtet am interaktiven Massen-Gottesdienst biblischen Ausmaßes teilzunehmen. (Die Predigt wird live auf Radio CORAX übertragen)
Tom Werner
Im Keller der Seele/ Selbstmord eines Clowns
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Der Clown war für mich immer eine traurige Figur. Warum die Verkleidung ? Um lustig zu sein oder Kinder zum Lachen zu bringen? Als Kind brauchte ich ihn nicht. Später fragte ich mich, wozu die Maske gut sei, wenn sich dahinter nur ein Mensch verbarg. (Im Märchen waren Hexen Hexen, Zauberer Zauberer...in welcher Gestalt auch immer.) Ein Clown, die Sinnlosigkeit seines Maskendaseins vor Augen, geht in den Keller. Er ist geschminkt, denn sonst wäre er kein Clown. Er nimmt einen Strick und bringt sich um | Ein Jugendlicher schminkt sich das Gesicht schwarz bis er im Dunkel verschwindet. Danach läuft der gleiche Vorgang revers. Endlos. 28 Werner, Tom Interview - Küche 0202 Videoinstallation/ Küche Sound: Küche, Projektion: Video über Durchreiche in das Kinderzimmer Ich fragte einen Koch, warum sich alle Menschen bei einer Party in der Küche treffen? Er meinte: »In der Küche sind alle Menschen gleich. Wie auf dem Klo.«
Frank Zitzmann
Kleenes Schwarzes 1-5
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In Frank Zitzmanns Bilder spiegelt sich nicht nur schemenhaft die Silhouette des Betrachters. Es wird der Umraum erkennbar, so nehmen seine Arbeiten Bezug auf den Ort, an dem sie gezeigt werden.
Andy Sachse
2010 "Der Letzte Mieter, Albert-Schmidt-Str. 5, Halle/Saale"
Interviews in einer Küche. Ein Beamer projeziert das Bild über eine Durchreiche in den Nachbarraum. Der Ton wird in der Küche abgespielt. Die Küche ist während der Ausstellung abgeschlossen. Über der Küchentür hängt ein Leuchtkasten: "Ruhe - Aufnahme".
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