ein studentisches Ausstellungsprojekt

Arbeitswoche vom 23.-28. Mai 2010

Ausstellung vom 01.-05. Juni 2010

kunstinbetrieb.kuratoren@gmail.com

Ausschreibung:

Das Team von kunstinbetrieb lädt zur dritten Ausstellung des Kooperationsprojekts der Studierenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle ein.

kunstinbetrieb3 wird in diesem Jahr im Rahmen des IBA-Stadtumbaus 2010 im Glaucha-Viertel stattfinden. Motto der IBA ist Stadt – Spiel – Visionen. Hier setzen wir an. Jedoch wollen wir in kunstinbetrieb3 diese Perspektive konkretisieren, die abstrakten Begriffe herunterbrechen, den der ‚Stadt’ auf den halleschen Stadtteil Glaucha, den des ‚Spiels’ auf künstlerische Verfahren, den der ‚Visionen’ auf neue Möglichkeiten des Handelns vor Ort.

Glaucha ist ein Stadtteil mit einer für die Stadt Halle wichtigen Geschichte und einer problematischen Gegenwart: Francke gründete hier sein Waisenhaus, Margot Honnecker wohnte in der Torstraße, Glaucha galt im 18. Jahrhundert als ‚das’ Arbeiter- und ‚Tagediebe’viertel Halles – heutigentags gesehen als Beispiel einer umstrittenen Stadtbaupolitik, als Viertel mit hohen Anteilen an Arbeitssuchenden und Migranten bei gleichzeitiger Abwesenheit investitionsfreudiger Unternehmen und städtischer kultureller Projekte. Glaucha erfuhr und erfährt durch diverse kulturelle und künstlerische Projekten seit den letzten Jahren eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Durch Aktivitäten von Vereinen wie Postkult e.V. oder der Standortgemeinschaft Glaucha wurde versucht, diesem Stadtteil wieder stärkere Beachtung zukommen zu lassen und ihn in das städtische kulturelle Leben zu re-/intergrieren.

 

kunstinbetrieb3 verfolgt mit seiner Konzentration auf Glaucha das Ziel einer Auseinandersetzung künstlerischen Arbeitens mit den Begebenheiten und Umständen es Viertels. Das öffentliche bzw. soziale Leben des Stadtteils, die Bewohner und ihre Orte sollen Gegenstand und Handlungsrahmen der diesjährigen Arbeitswochen sein. Es soll nach einer produktiven Auseinandersetzung mit einem in Veränderung begriffenen Stadtteil gefragt werden. Dabei kann es um Fragen der Identität, Veränderungen, Kontinuitäten, Kontingenzen, Wiederbelebungen, Bezügen zum Ort, zur Geschichte, nach deren Interpretation, nach Haltungen zu Fragen der Gegenwart, nach Plänen und Erwartungen für die kommende Zeit gehen. In dieser Auseinandersetzung sehen wir die Kunst am Zug. Künstlerische Positionen, Visionen und Lösungsansätze, so erproben wir, sollten sich daran messen lassen – die akademische Kunst wird dabei immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Inwieweit dies zutrifft, inwieweit künstlerische Verfahren soziale Probleme zum Gegenstand haben und sie beeinflussen können, soll in kunstinbetrieb3 Thema sein.

kunstinbetrieb3 möchte Künstlern, Designer und Kuntinteressierten ein Podium bieten, ihre Auseinandersetzung mit dem Stadtteil zu entwickeln und zu präsentieren. Dafür soll Glaucha Anlass, aber auch ein aktuelles Beispiel von allgemeinen städtebaulichen und sozio-kulturellen Fragen aufwerfen, womit BewerberInnen außerhalb Halles und außerhalb Sachsen-Anhalts Anknüpfungspunkte geboten sind.

Zentrum des Geschehens ist ein Wohnhaus, das sich in der Albert-Schmidt-Straße im Glaucha-Viertel befindet. In den Wohnräumen dieses Hauses findet vom 23. bis zum 28. Mai 2010 eine Arbeitswoche statt, in der raumbezogene Arbeiten entstehen, sowie der Kontakt zu den Bewohnern gesucht werden kann. Die Ausstellung eröffnet am 1. Juni und endet am 5. Juni 2010.

Bereits einige Wochen vor Beginn der Arbeitswoche wird es einen Kennenlern-Termin geben, an dem gemeinsam durch das Viertel und insbesondere in die Wohnhaus in der Albert-Schmidt-Straße gegangen wird.

Alle Interessierten, Künstler, Designer und Kunstinteressierten sind eingeladen sich bis spätestens 25.04.2010 unter kunstinbetrieb.kuratoren@gmail.com zu bewerben.
Für deine Teilnahme bewirb dich bitte mit einer kurzen Präsentation der künstlerischen bzw. gestalterischen Arbeiten, wenn möglich mit digitalen Reproduktionen.

Ein Kuratorenteam, bestehend aus Kunstwissenschaftlern und Künstlern, wählt aus allen Bewerbern circa 25 Teilnehmer aus. Bis zum 01.05.2010 wird über die Entscheidung der Kuratoren informiert.


Anmeldeformular (pdf/doc) | Informationen


Bewerbung bis 25.04.2010